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Einsatzstatistik der DRF Luftrettung im Jahr 2011

Stuttgarter Hubschrauber fliegt 1.162 Einsätze

Stuttgart, 26.01.2012.| Ein schwerkranker Herzpatient, ein viel zu früh geborenes Kind oder ein Patiententransport mit künstlicher Lunge – diesen Herausforderungen stellt sich die Besatzung des Stuttgarter Hubschraubers der DRF Luftrettung jeden Tag. Im vergangenen Jahr wurde der rot-weiße Hubschrauber zu 1.162 Einsätzen alarmiert (2010: 1.037 Einsätze).

„Christoph 51“, so der Funkrufname, wird immer dann alarmiert, wenn ein Intensivpatient von einem Krankenhaus in eine Spezialklinik transportiert werden muss. Gerade größere Distanzen kann die fliegende Intensivstation der DRF Luftrettung schnell überwinden. Auch in der Luft wird der Patient weiter intensivmedizinisch versorgt. Darüber hinaus wird der Hubschrauber auch in der Notfallrettung als schneller Notarztzubringer eingesetzt.

Dabei gehörten lebensgefährliche Erkrankungen zu seinen häufigsten Alarmierungsgründen; so wurden beispielsweise Schlaganfall- und Herzpatienten zwischen Kliniken transportiert. Aber auch Patienten mit Brandverletzungen, Vergiftungen oder Krampfanfällen mussten notärztlich behandelt werden. In den Sommermonaten wurde der rot-weiße Hubschrauber häufig zu verunglückten Motorradfahrern, verletzten Sportlern oder zu Patienten mit lebensgefährlichen allergischen Reaktionen nach Wespenstichen alarmiert. Auch Kinder waren auf schnelle Hilfe aus der Luft angewiesen: 2011 versorgte die Stuttgarter Besatzung 54 kranke oder verletzte Kinder. Zudem konnte das Leben von Frühgeborenen gerettet werden. Sie wurden in speziellen Brutkästen für Säuglinge in Spezialkliniken geflogen.

„2011 war ein besonders einsatzstarkes Jahr in Stuttgart“, erinnert sich Pilot und Stationsleiter Thomas Roth. „Im Februar wurden wir zu einem Kindernotfall in Steinheim alarmiert. Ein vier Wochen altes Baby hatte sich beim Trinken so verschluckt, dass es unter akuter Atemnot litt. Sofort saugten unser Notarzt und Rettungsassistent die Flüssigkeit aus dem Rachenraum und unterstützten dessen Atmung. Anschließend wurde der Säugling von uns in das Ludwigsburger Klinikum transportiert. Mitte des Jahres war ein 48-jähriger Mann aufgrund akuten Lungenversagens auf eine künstliche Lunge angewiesen. Nach umfangreichen intensivmedizinischen Vorbereitungen flogen wir ihn von Plochingen nach Ludwigsburg. Ein solcher Transport ist immer wieder eine besondere Herausforderung. Ende des Jahres ist mir ein Verkehrsunfall in besonderer Erinnerung geblieben: Bei Untergruppenbach wurden fünf Personen bei einem Frontalzusammenstoss zweier PKW verletzt. Nur wenige Minuten nach der Alarmierung versorgten wir einen Jugendlichen. Mit schweren Verletzungen wurde er von uns in das Krankenhaus Heilbronn transportiert.“

Der am Flugplatz Pattonville stationierte Hubschrauber der DRF Luftrettung ist täglich von 8.00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang einsatzbereit. Er ist mit erfahrenen Piloten, Notärzten und Rettungsassistenten (HEMS Crew Member) besetzt und mit allen medizintechnischen Geräten ausgestattet, die für eine optimale Patientenversorgung notwendig sind. Einsatzorte im Umkreis von 50 Kilometern kann „Christoph 51“ in maximal 15 Minuten erreichen. Intensivtransporte werden im gesamten süddeutschen Raum durchgeführt.
In Baden-Württemberg sind neben „Christoph 51“ in Stuttgart sechs weitere Hubschrauber der DRF Luftrettung stationiert, in Freiburg, Friedrichshafen, Karlsruhe, Leonberg, Mannheim und Villingen-Schwenningen. Zusammen leisteten sie rund 24 Prozent aller Einsätze der DRF Luftrettung im Jahr 2011 (9.128 von 38.366 Einsätzen). Damit war Baden-Württem¬berg im vergangenen Jahr das einsatzstärkste Bundesland der DRF Luftrettung.

Vorstand Steffen Lutz

Bundesweit setzt die DRF Luftrettung an 28 Stationen Hubschrauber für die Notfallrettung und für dringende Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein, an acht Stationen sogar 24 Stunden am Tag. Dazu kommen zwei Stationen in Österreich und eine in Dänemark. Über die Hubschrauberrettung hinaus führt die DRF Luftrettung weltweite Patiententransporte mit eigenen Ambulanzflugzeugen und hoch qualifiziertem Personal durch.

In Deutschland hat jeder Betroffene Anspruch auf den Einsatz eines Rettungshubschraubers, wenn dies medizinisch erforderlich ist. Die Kosten der Luftrettung werden im bundesweiten Durchschnitt allerdings nicht vollständig von den Krankenkassen bezahlt: „Zum Wohle der uns anvertrauten Patienten investieren wir fortlaufend in die Optimierung medizintechnischer Geräte, die Modernisierung unserer Flotte und die Fortbildung unseres Personals. Auch besondere Rettungsverfahren, wie die Wasser- und Windenrettung, bedeuten hohe Anschaffungskosten sowie regelmäßige Schulungsmaßnahmen. Diese vielfältigen Investitionskosten müssen wir als gemeinnützig tätige Organisation bisher selbst tragen“, erklärt Steffen Lutz, Vorstand der DRF Luftrettung.

Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die DRF Luftrettung daher auf die Unterstützung von Förderern angewiesen. Infotelefon: 0711-70072211. Mehr Informationen im Internet unter: www.drf-luftrettung.de

Kurze URL: http://www.webzeitung-lb.de/?p=49596

Veröffentlich von an 26. Januar 2012. Abgelegt unter Aktuell. Sie können jeder Antwort dieses Eintrags folgen durch die RSS 2.0. Am ende dieses Artikels können Sie einen Kommentar schreiben

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